10.05.2025 –, Kino 5 Sprache: Deutsch
In Zeiten, in denen digitale Bildung immer wichtiger wird, bleiben viele Schulen hinter den aktuellen Anforderungen zurück. Ein Ansatz, um das zu ändern, ist der MakerSpace – ein offener Raum, in dem Schüler:innen kreativ arbeiten und selbstständig Projekte umsetzen können. An unserer Schule nutzen wir 3D-Drucker, Lasercutter und andere Technologien, die sowohl für private Projekte als auch im Unterricht eingesetzt werden. Damit haben wir die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen und praxisnah zu lernen. Doch oft fehlt es an Personal und politischer Unterstützung, um solche Räume zu betreiben. Unser MakerSpace existiert nur dank einiger engagierter Lehrkräfte, die weit über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus arbeiten. In unserem Talk werden wir erklären, warum MakerSpaces an Schulen unverzichtbar sind, wie sie funktionieren können und warum die Politik mehr Ressourcen bereitstellen muss, um diese wertvollen Lernorte zu fördern. Gerade dem Chaostreff Backnang, ist durch seine EduOrientierte Arbeitsweise viel an diesem Thema gelegen.
Dieser Talk wurde bereits auf dem 38c3 als Community Talk gehalten, wo dieser sehr positiv ankam. Wir möchten den Talk noch einem weiteren Publikum vorstellen, genauer gesagt, dem Publikum welches nicht die Möglichkeit hatte am 38c3 teilzunehmen. Außerdem ist der ChaosTreff Backnang selber daran in Schulen aktiv zu werden. ( Link zu unserem 38c3 Talk: https://events.ccc.de/congress/2024/hub/de/event/schulen-der-zukunft-warum-wir-makerspaces-brauchen/ )
In diesem Talk, geht es darum, wie wir unsere Schulen für die Zukunft fit machen und den Anforderungen der Gegenwart gerecht werden können. Konkret werden wir uns auf einen Bereich konzentrieren - MakerSpaces. Viele kennen Sie aus dem eigenen Freundeskreis, doch in Schulen sind Sie noch selten vertreten. Doch an unserer Schule dem Gymnasium Neubiberg, haben wir so einen. Wir wollen aus Schülerperspektive erklären warum ein MakerSpace an der Schule so wichtig ist, wie das funktionieren kann (Vor allem in Hinblick auf wenig politischen Willen) und warum es noch mehr Unterstützung aus der Politik braucht.
Unser MakerSpace ist im Gegensatz zu klassischen Wahlkursen offen konzipiert, das heißt man trifft sich nicht einmal am Mittwoch Nachmittag, sondern kann an mehreren Tagen der Woche zum MakerSpace kommen und unsere Maschinen also bspw. 3D Drucker und Lasercutter aber auch T-Shirt Pressen in Anspruch nehmen.
Um die Maschinen benutzen zu dürfen, muss man zu diesen einen Kurs gemacht haben. Dieses System erlaubt den Schüler:innen autonom zu arbeiten.
Die Schüler:innen tragen sich über unsere Lernplattform Bycs, an dem Nachmittag für einen offenen Termin ein, also reservieren sich bspw. einen 3D Drucker oder tragen sich eben für einen Kurs ein.
Der MakerSpace ist dabei für die Schüler:innen aller Jahrgangsstufen offen.
Der MakerSpace und dessen Ressourcen, können auch im Unterricht benutzt werden. So stellen wir bspw. Ionen Gitter Modelle für den Chemie Unterricht her oder modellieren 3D Höhenstufenmodelle im Geographie Unterricht in der 5. Jahrgangsstufe
Das alles ist allerdings nur durch die Arbeit einiger bestimmter Lehrkräfte möglich, die weit über ihre bezahlte Unterrichtszeit hinaus, den MakerSpace quasi im Alleingang stemmen.
So sind auch wir immer wieder bis abends im MakerSpace und arbeiten noch an Projekten.
Der MakerSpace bietet mir als Schüler:in einen Raum, in dem ich meine eigenen Ideen entwickeln und umsetzen kann.
Teile der an Deutschlands Schulen hinkenden Digitalisierung, kann meiner Ansicht nach nur gelöst werden, sofern die Schüler:innen die Möglichkeit kriegen, sich selber in diese Richtung unter Anleitung von Erwachsenen zu entfalten. Der MakerSpace wird nicht nur dieser Anforderung gerecht, viel mehr, schafft er in der Schule einen Raum, in dem sich gleichgesinnte begegnen und austauschen können.
Oft fehlt es aber an Personal für einen MakerSpace, bzw. die Lehrkraft bekommt die entsprechenden Stunden nicht bezahlt. Wir sind daher der Ansicht, dass die Politik zu handeln hat und die Mittel zum Betrieb eines MakerSpaces einfach zur Verfügung gestellt gehören.
Der MakerSpace folgt ganz getreu den Ideen des Chaostreff Backnang und des FSCK. Wir möchten die Hackerethik in die Schule bringen und zeigen, dass Schule so viel mehr sein kann (und bereits ist) als trockener Unterricht.
Wenn ihr eine interaktive 360° Ansicht unseres Raumes wollt, findet ihr diese hier: https://apps.zum.de/apps/23042 Ein Video von uns, mit welchem wir am Isi Digital Wettbewerb 2023 teilgenommen und den 3. Platz erreicht haben: https://youtu.be/SE-TUa8TwZ4?si=PF8RFKxZgll7FIP2
Wir hoffen, dass wir mit dem Talk zeigen können was möglich ist und dass vllt. in ein paar Jahren, auch Schüler:innen aus anderen Schulen in den Genuss dieser Erfahrung kommen können.
Ich bin 16 Jahre alt und Schüler des Gymnasium Neubiberg. Ich interessiere mich schon seit dem ich klein bin für Technik und Computer und nehme am MakerSpace unserer Schule seit der 5. Klasse sehr aktiv Teil. Ich arbeite in meiner Freizeit an diversen Projekten, welche sich in alle Richtungen strecken. Ich interessiere mich schon länger fürs Hacking, schaue mir gerne die Talks vom Xc3 oder der DefCon an. Aber ich versuche auch selber aktiv zu werden. So habe ich bspw. im Frühjahr des letzten Jahres(2024) mehrere Schwachstellen/Datenleaks bei unterschiedlichen (auch staatlichen)Organisationen/Services gefunden und Ende letzten Jahres habe ich gemeinsam mit Adam Bader auf dem 38c3 einen Vortrag über MakerSpaces in Schulen gehalten.
Ich bin ein 15-jähriger Maker, der gerne mit ESPs, Attinys und Raspis arbeitet. Zusammen mit Maximilian Wimmer habe ich auf dem #38c3 einen Community Talk über Makerspaces an Schulen gehalten.
